Die ländlichen Feste im Jahresverlauf
Morgens nach dem Neujahrsfest, schläft der Bauer tief und fest.
Neujahrsmorgen mit viel Sonne ist dem Bauern keine Wonne.
Jagen, trinken, Kartenspiel wird dem Bauern nie zu viel.
Fällt Schnee aufs Feld, bedeckt die Saat, dann spielt der Bauer gerne Skat.
Steht im Stall die Türe offen, ist der Bauer schwer besoffen.
Wenn der Bauer säuft und frisst, der Winter weiß und frostig ist.
Lässt der Roggen auf sich warten, spielt der Bauer gerne Karten.
Wenn die Kühe trocken steh'n, kann der Bauer saufen geh'n.
Ist die Furche akkurat, der Bauer nicht gesoffen hat.
Spielt der Bau'r bis morgens Karten, die Kühe auf das Melken warten.
Wenn die Kühe lauthals bölken, war der Bauer nicht zum Melken.
Ist Schützenfest in Dorfesmitt', der Bauer etwas kürzer tritt.
Schützenfest! Du liebe Zeit! Ständig ist der Bauer breit.
Schützenfest! Die armen Kühe! Das Aufsteh'n macht dem Bauern Mühe.
Auf dem Ball der Feuerwehr, tanzt der Bauer auch umher.
Ob Ernteball, ob Schützenfest, der Bauer sich nicht lumpen lässt.
|
Der Bauernklau
Mit fremden Federn sich zu schmücken,
füllt manche Landsleut' mit Entzücken.
Sie fragen nicht, sie zaudern nicht,
sie kennen weder Ehr' noch Pflicht:
Sie stehlen hier ganz ungeniert,
damit's dann eigne Seiten ziert.
Ob Friesland, Hessen, Südtirol,
manch' Landsleut' lügen ganz frivol.
Sie tun, als sei'n sie genial,
obwohl sie handeln illegal.
Doch diese Bauernverse stammen
von E. Handmann all' zusammen.
|
|