Das Landleben
Komm'n die ersten Fliegen rein, wird es wohl bald Sommer sein.
Komm'n die Fliegen gleich in Scharen, sie im Stall wohl vorher waren.
Fehlen Fliegen auf dem Klo, sind sie wohl grad anderswo.
Komm'n die Fliegen in die Küche, fehl'n woanders die Gerüche.
Kreist der Hahn am Kirchenturm, wird bald nass der Regenwurm.
Ist der Maulwurf am Wühlen, kriegt's der Regenwurm zu spüren.
Hat der Hahn grad nichts zu tun, tritt er gleich das nächste Huhn.
Sitzt die Wesp' im Pflaumenbaume, reif und süß ist dann die Pflaume.
Ist der Weizen eine Pracht, hat der Bauer 's gut gemacht.
Wenn Gewitterluft schwül drückt, komm'n die Bremsen angerückt.
Wenn's donnert, rumpelt, dröhnt und blitzt, die Bäuerin im Keller sitzt.
Ist's finster gar, wenn es gewittert, die Bäuerin im Keller zittert.
Wenn des Nachts die Blitze zucken, kann man trotzdem nicht weit gucken.
Drückt schwer Gewitterluft die Herzen, warten in den Scheunen Kerzen.
Brennt bei Gewitter loh die Scheune, war's eine Kerze ganz alleine.
Brennt nach dem Blitz die Scheune nicht, reichte nicht das Kerzenlicht.
Säuft Bier das Schwein und Köm der Marder, dann komm'n sie wohl aus Büttenwarder.
|
Der Bauernklau
Mit fremden Federn sich zu schmücken,
füllt manche Landsleut' mit Entzücken.
Sie fragen nicht, sie zaudern nicht,
sie kennen weder Ehr' noch Pflicht:
Sie stehlen hier ganz ungeniert,
damit's dann eigne Seiten ziert.
Ob Friesland, Hessen, Südtirol,
manch' Landsleut' lügen ganz frivol.
Sie tun, als sei'n sie genial,
obwohl sie handeln illegal.
Doch diese Bauernverse stammen
von E. Handmann all' zusammen.
|
|