Die Stadt
 1)

Am grauen Strand, am grauen Meer
Und seitab liegt die Stadt;
Der Nebel drückt die Dächer schwer,
Und durch die Stille braust das Meer
Eintönig um die Stadt.

Es rauscht kein Wald, es schlägt im Mai
Kein Vogel ohn' Unterlass;
Die Wandergans mit hartem Schrei
Nur fliegt in Herbstesnacht vorbei,
Am Strande weht das Gras.

Doch hängt mein ganzes Herz an dir,
Du graue Stadt am Meer;
Der Jugend Zauber für und für
Ruht lächelnd doch auf dir, auf dir,
Du graue Stadt am Meer.

Theodor Storm
(Erstdruck 1852)


1) Erläuterungen, Hintergrundinformationen
Theodor Storm wurde in Husum geboren (14.9.1817) und wirkte dort viele Jahre hindurch, zunächst als Rechtsanwalt, später, nach exilähnlichen Jahren in der Fremde, als Landvogt und schließlich, in vorgerücktem Lebensalter, als Richter. Er starb am 4.7.1888 im holsteinischen Hademarschen (heute Hanerau-Hademarschen).
Viele von Storms Werken (Lyrik und Novellen, z. B. "Der Schimmelreiter") sind geprägt von der Liebe zu seiner norddeutschen Heimat und ihren Menschen (s. a. "Meeresstrand").
(Anm. d. Hrg.)
Ernesto Handmann
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